Geschichte


Von der Vereinsgründung im Jahr 1946 bis zum Jahr 1974 gilt für die Vereinslokale des TSV Heiligendorf eine Besonderheit:
Die Vereinsfeste, die Besprechungen, die Generalversammlung und der Hallensportbetrieb finden im jährlichen Wechsel auf den Festsälen der Gasthöfe „Deutsches Haus“ und „Zum Hasenwinkel“ statt.
Dieser jährliche Wechsel wird von der GV beschlossen, mit den Gaststättenbesitzern abgesprochen und hat sich letztendlich zum Vorteil aller Beteiligten bewährt.
Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, für die Jüngeren ist dies u.U. eine Neuigkeit.
Und für die Jüngeren wird auch neu sein, dass Hallensport auf einem kleinen Festsaal ohne Umkleidekabinen, Duschen und ohne Heizung möglich war.
Das ist in der heutigen Zeit nicht mehr denkbar oder auch nur vorstellbar.
Häufig mussten noch die Sportgeräte für Turnen, Gymnastik und Tischtennis je nach zusätzlicher Saalnutzung umgeräumt werden, mindestens aber einmal beim jährlichen Umzug durch das Dorf transportiert werden.
Es gibt es ein schönes Beispiel für das Zusammenwirken von Verein mit beiden Vereinslokalen.
Das ist die Fahnenweihe 1958.
Am Pfingstsonntag wird die offizielle Fahnenweihe auf dem Hof bei Wernecke, Gaststätte „Deutsches Haus“, feierlich vollzogen.
Versammelt sind die Honoratioren der Gemeinde Heiligendorf, alle Vereinsmitglieder und die Aktiven der Turnerriege in weißer Sportbekleidung.
Nach dem Festakt zieht der gesamte Verein anschließend mit der neuen Vereinsfahne zu Behrens, Gaststätte „Zum Hasenwinkel“, wo auf dem Hof Turnvorführungen und Volkstanz gezeigt werden und danach natürlich gefeiert wird.
Beide Gasthöfe existieren heute nicht mehr.
Auf dem Gelände der Gaststätte „Zum Hasenwinkel“ ist das Seniorenheim entstanden und die Gaststätte „Deutsches Haus“ wird nicht mehr betrieben.

Vereinsjubiläen
30 Jahre TSV – 1976
Der sportliche Höhepunkt zum 30jährigen Vereinsbestehen ist 1976 ein Freundschaftsspiel vor über zweitausend Zuschauern gegen die Bundesligamannschaft von Eintracht Braunschweig.
Braunschweig ist in Bestbesetzung angetreten und gewinnt nur 3:1, ein mehr als ehrenvolles Ergebnis für den TSV, denn es spielte der Bezirksligaaufsteiger TSV gegen den Bundesligisten und Deutschen Fußballmeister von 1967, ein ganz großer Fußballtag in Heiligendorf.
Die Mannschaft erreicht mit der Meisterschaft 1978 in der Bezirksliga die Qualifikation für die Verbandsliga Ost, der damals fünfthöchsten Spielklasse auf DFB-Ebene und kann diese Klassenzugehörigkeit 7 Jahre lang halten.
40 Jahre TSV – 1986
Zum 40jährigen Vereinsgeburtstag findet das erste Dorffest hier auf dem zentralen Kirchplatz statt, ausschließlich geplant, gestaltet und durchgeführt von allen Sparten des Vereins.
Die Ausstattung des Festes ist mit den heutigen Standards nicht vergleichbar, dennoch  wurden die Erwartungen bei weitem übertroffen.
Die große Beteiligung aus allen Altersgruppen veranlasst den TSV, das Fest alljährlich zu wiederholen.
Einen unerwartet weiteren großen Erfolg verzeichnet der TSV mit dem ersten Heiligendorfer Volkslauf „Rund um St. Adrian“.
Insgesamt haben sich 244 Teilnehmer in die Startlisten eingetragen, davon 57 Teilnehmer aus Heiligendorf.
Die positive Resonanz aller Volkslaufteilnehmer überzeugt die Verantwortlichen, diese Veranstaltung ebenfalls zu wiederholen.

50 Jahre TSV – 1996
Zum 50jährigen Vereinsjubiläum stellen sich die Sparten der Öffentlichkeit vor, TU, GY, TT und TE zeigen einen Querschnitt ihres vielfältigen sportlichen Angebotes für Jung und Alt und betreiben damit Werbung für den TSV.
Sportliche Höhepunkte sind aber ein Fußballjugendturnier mit so renommierten Vereinen wie Eintracht Frankfurt, Werder Bremen und VfL Wolfsburg sowie ein Freundschaftsspiel des TSV gegen den Bundesligaaufsteiger Arminia Bielefeld.
Vor 600 Zuschauern verliert der TSV mit 1:4, ein schmeichelhaftes Ergebnis für die Arminia, denn die besseren Chancen lagen nach übereinstimmenden Meinungen der Zuschauer eindeutig auf Heiligendorfer Seite.
Diese TSV-Mannschaft ist weiterhin erfolgreich, sie steigt in diesem Jahr in die Landesliga Braunschweig auf und kann sich sechs Jahre in dieser Klasse behaupten.

60 Jahre TSV – 2006
60 Jahre TSV Heiligendorf wird mit einem Frühschoppen in der Mehrzweckhalle gefeiert, alle Vereinsmitglieder sind eingeladen.
Auf weitere herausragende sportliche Aktivitäten wird zu diesem Vereinsjubiläum bewusst verzichtet, der Vereinsgeburtstag wird an diesem einen Tag begangen.
Der Getränkeverkauf zum Preis von 60 Cent ist dem Vereinsalter angepasst, die Bedienung der Gäste erfolgt durch den Festausschuss und durch die Damenfußballmannschaft und für die musikalische Unterhaltung sorgt die Jazzband „Saratoga Seven“.
Und es ist nachvollziehbar, dass bei diesen Rahmenbedingungen der Frühschoppen bis in die Abendstunden gedauert hat.

Sportzentrum
1960 beginnen mit Unterstützung der damals noch selbstständigen Gemeinde die Planungen für einen neuen Sportplatz.
Ende 1965 kann das Gelände für den Bau erworben werden.
Fünf Jahre hat die Planungsphase gedauert.
Zur Mitfinanzierung für den Sportplatzbau hat jedes Vereinsmitglied 10 Stunden Eigenleistung zu erbringen.
In 1967 sind nur 310 Stunden für den Platzbau absolviert, natürlich zu wenig.
Daher legt die GV fest: Jedes arbeitsfähige Mitglied entrichtet pro nicht geleisteter Arbeitsstunde 4 DM.
Im Juni 1971 kann dann der Sportplatz eingeweiht werden, nach fünfjähriger Bauzeit und mit einem dann doch großen Anteil an Eigenleistungen.
Der TSV erhält die Nutzungsmöglichkeit für die sanitären Anlagen und Umkleidekabinen im schon existierenden Feuerwehrgerätehaus.

Quasi parallel dazu wird Heiligendorf 1972 in die Stadt Wolfsburg eingemeindet.
Als Geschenk der Stadt wird im Vorfeld der Eingemeindung eine Hallenanlage am neuen Sportplatz geplant und dann auch zügig mit der Realisierung begonnen.
Noch im gleichen Jahr 1972 wird der Bauauftrag vergeben und zwei Jahre später kann dann 1974 die Mehrzweckhalle mit Anbauten und das Lehrschwimmbecken eingeweiht werden.
Die Gesamtkosten betragen 2,1 Millionen DM.
Die Verwaltung des so entstandenen Sportzentrums erfolgt durch die Stadt, der TSV erhält aber umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten.
Für die Vereinsentwicklung ist dies ein großer Fortschritt, da zukünftig der Übungs- und Wettkampfbetrieb im Sportzentrum stattfindet und sich durch die Halle neue sportliche Angebote ergeben.
Damit verlagern sich aber endgültig alle Hallenaktivitäten vom Festsaal der bisherigen Vereinslokale in die nun existente Mehrzweckhalle und das neue Vereinslokal ist praktisch die Gaststätte im Sportzentrum.

Funktionsgebäude
1976 wird das Sportangebot mit Gründung der Tennissparte erweitert, 83 Personen bekunden durch Unterschrift ihr Interesse am Tennissport.
Der Verein verpflichtet sich gegenüber der Stadt, auf dem Erbbaugrundstück unterhalb des Sportzentrums eine 4-Platz-Tennisanlage mit Funktionsgebäude zu errichten und zu unterhalten.
1979 wird der Bau der Tennisplätze begonnen und 1982 sind alle vier Tennisplätze fertiggestellt, wiederum mit einem erheblichen Anteil an Eigenleistungen durch die Tennisaktiven.

Die Realisierung des Funktionsgebäudes wird zunächst aus Kostengründen zurückgestellt.
1985 ist es dann endlich soweit, der Planungsentwurf für das Funktionsgebäude wird auf der Generalversammlung entschieden, der Bau wird 1986 in Angriff genommen.
1990 wird das Funktionsgebäude auf der vereinseigenen Tennisanlage nach über vierjähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben.
Mehr als 3000 Arbeitsstunden werden geleistet, vom ersten Spatenstich bis zur Einweihung im Mai 1990.
Die lange Bauzeit mag bedauert werden, hatte jedoch die positive Auswirkung, dass ohne Kreditaufnahme das Gebäude aus eigener Kraft fertig gestellt werden konnte.
Die Baukosten mit Eigenleistungen und Fördermitteln werden mit 430 Tausend DM gegenüber der Stadt abgerechnet.
Als Treffpunkt für alle Sportler bietet das Haus nun ideale Rahmenbedingungen und hat sich im Laufe der Jahre als Vereinszentrale etabliert